bild01Wir wünschen allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft schöne Ferien und einen erholsamen Urlaub! Am 09.08. geht es dann mit neuem Schwung und viel Elan weiter.

 

 

 

 

 

 

Auch in diesem Schuljahr hat das Forder-Projekt "Junge Experten" wieder Anklang gefunden und am Montag mit dem traditionellen Akademieabend geendet. Im Rahmen des seit kurzem am Gymnasium Nordhorn etablierten Drehtürmodells hatten drei besonders begabte Schülerinnen der Jahrgangsstufe 7 ein halbes Jahr lang zu selbst gewählten Themen geforscht und eine umfangreiche Hausarbeit verfasst. Sie wurden dabei an zwei Stunden pro Woche im Vormittagsbereich von den Lehrkräften Sabrina Willemsen und Patrick Gue betreut, arbeiteten ansonsten aber weitgehend selbständig und unter großem Engagement.

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In der Aula präsentierten die Schülerinnen zuletzt souverän die eindrucksvollen Ergebnisse ihrer mehrmonatigen Arbeit und konnten die Zuhörer mit ihren Expertenthemen begeistern. Am Ende der Veranstaltung überreichten die betreuenden Lehrkräfte Sabrina Willemsen und Patrick Gue den Expertinnen Blumen und ein Zertifikat als besondere Anerkennung ihrer Leistung. Besonders zu loben sind in Anbetracht des verhältnismäßig jungen Alters der Teilnehmerinnen das hohe Engagement und die Eigeninitiative zum Lernen und Forschen über den Unterricht hinaus sowie die Fähigkeit des souveränen Präsentierens der Ergebnisse.

Die Vorträge und die Expertinnen im Einzelnen:

  • Raja Berger: Wie lassen wir uns durch Werbung beeinflussen?
  • Amelie Heitmann: Anne Frank und der Nationalsozialismus
  • Lea-Marie Minch: Smartphone- und Soziale Netzwerknutzung durch Jugendliche

Sabrina Willemsen und Patrick Gue

 

José Juan Sánchez y Campodonico - hä? Wie heißt du? José? Juan? Sánchez - wie?

Zum Glück ist an José Juan nur sein Name schwierig. Sein Wesen ist herrlich unkompliziert und so hat José während seines Aufenthaltes am Gymnasium Nordhorn viele Freunde gefunden. Familie Damaschke war nach der US-Amerikanerin Milica erneut Gastgeberin für einen Austauschschüler und in diesem Schuljahr wohnte der 18jährige Mexikaner bei Beeke und ihrer Familie.
José konnte kaum mehr als "Guten Tag" sagen, als er im September an unsere Schule und in die Kurse der Jahrgangsstufe 11 kam. Neben Unterricht in den Leistungskursen Erdkunde, Biologie und Englisch nahm er am Spanischunterricht der Klassen 11 und 12 teil, die sich freuten, neben der Fremdsprachenassistentin Alba noch einen Muttersprachler des Spanischen bei sich zu haben. Die Spanischkurse der 9 und 10 besuchte José mit einem Referat über Mexiko und er beantwortete Fragen zu seinem Heimatland. Die Nordhorner Schüler fragten nach dem Musikgeschmack des Jugendlichen und lernten so die Cuatro babys des schmierigen, aber höchst populären Maluma kennen. Diesen Song hätte ihnen ihre Spanischlehrerin sicher (!) vorenthalten.

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José lernte bei uns und bei Arthur Osobski in der Volkshochschule Deutsch und nach den zehn Monaten in Nordhorn kann er sich gut auf Deutsch unterhalten. Wie schade, dass er als Gatte der "Alten Dame" nur eine Bella Figura machen konnte und nur wenige Sätze zu sprechen hatte. Dass er auch am Theaterspiel Spaß hatte, war in der Aula trotzdem zu merken.

Als Mexikaner spielt José nicht nur Fußball, sondern er ist auch ein großer Aficionado seiner Mannschaft. Natürlich setzte er alles auf den Sieg von El tri gegen Alemania und gewann seine hohen Wetten. Seine Freunde aus der Q12 hatten das Vergnügen, nach dem ersten Gruppenspiel der Deutschen Josés Namen auf der Stirn tragen zu müssen.

Nach zehn Monaten in Deutschland, vielen Radtouren in Nordhorn und anderen Städten fliegt José wieder nach Hause, im Gepäck auch eine Deutschlandcap und ein Shirt mit seinen Mitspielern aus der Q12.

¡Que te vaya bien, José Juan Sánchez y Campodonico!

Kirsten Rigterink

We accepted the challenge - 175 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Nordhorn meistern englischen Wettbewerb erfolgreich.

Bereits seit vielen Jahren bildet der Wettbewerb The Big Challenge einen festen Bestandteil des Schuljahres an unserer Schule. Neu in diesem Jahr ist jedoch die überwältigende Anzahl der Teilnehmer aus den Jahrgängen 5-9, die sich den Testfragen aus den Bereichen der englischen Grammatik, Aussprache und Landeskunde gestellt haben.

Im Rahmen der Preisverleihung in der nahezu voll besetzten Aula freuten sich die Schüler über ihre Urkunden sowie die erhaltenen Preise, zu denen neben Postern und Bleistiften im "Great Britain - look" für alle Teilnehmer verschiedene englische Lektüren, Quizhefte, Kalender, Tagebücher und einige Power Banks als zusätzliche Präsente für besonders erfolgreiche Kandidaten zählten.

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Ein großes Lob gebührt allen diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, insbesondere jedoch den jeweiligen Jahrgangsbesten, die mit einer Goldmedaille ausgezeichnet und von ihren Mitschülern lautstark bejubelt wurden. Deniz Can Gün (5Cb), Daniel Noch (6F), Olimpia Kolberg (7A), Helena Knecht (8A) und Jonathan Krämer (9B) erzielten hervorragende Ergebnisse und bewiesen ein exzellentes Gespür für sprachtypische Formulierungen und knifflige Besonderheiten der Fremdsprache.

Natürlich hoffen wir, dass unsere Schule auch im nächsten Jahr zahlreich bei der Challenge vertreten sein wird. Wer Freude und Interesse an der englischen Sprache und Kultur hat, seine Englischkenntnisse außerhalb von Klassenarbeiten und Unterricht unter Beweis stellen möchte und bereit ist, sich 45 Fragen im multiple choice - Format in 45 Minuten zu stellen, ist herzlich willkommen.
Die beachtliche Steigerung der Anmeldezahlen und die beeindruckenden Resultate unserer Schüler machen Lust auf die kommende Challenge.

Michael Uphues

Schülertruppe präsentiert schwarze Tragikomödie spiellaunig und herzerfrischend

Es ist eine Freude, mit anzusehen, wie spiellaunig und herzerfrischend eine Schülertruppe Theater spielt. So geschehen am Gymnasium Nordhorn, dessen Theater-AG sich einer nicht leichten Bühnenkost annahm. Unter der souveränen Leitung von Inga Brookmann, assistiert von Jörg Fröhlich, brachte die Truppe Friedrich Dürrenmatts schwarze Tragikomödie "Der Besuch der alten Dame" auf die Bühne der Gymnasiumaula.

Das Regieteam hatte Text und Personal kräftig zusammengestrichen, ohne das in seinem verzweifelten Sarkasmus hoch aktuelle Stück zu beschädigen. Die Kürzung verstärkte noch Dürrenmatts groteskes Pingpongspiel, das er in Bilderfolge und Dialog so liebt und mit dessen Hilfe er sich - bei aller Neigung zum Volksstück - das Menschelnde vom Leibe hält.

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Dürrenmatt konstruiert ein Bühnengeschehen in der total verarmten Kleinstadt Güllen, indem er einen makabren Grundeinfall auf eine Spitze treibt. Claire Zachanassian, einst das arme, verleumdete, verstoßene Güllener Kind Kläri Wäscher, nunmehr reichste Frau der Welt, kommt als alte, prothesengestützte Frau nach Güllen zurück, das sie heimlich in den Ruin getrieben hat, um sich an ihrem einstigen Geliebten III, der sie verraten hat, und an den Güllenern zu rächen. III hatte damals mit Hilfe von bestochenen Zeugen seine Vaterschaft vor Gericht geleugnet. Das uneheliche Kind, die verlogene Doppelmoral der Güllener, der Verrat IIIs haben sie damals in die Fremde und ins Bordell gebracht, wo sie den milliardenschweren "goldenen Maikäfer" Zachanassian kennenlernte.

Nun fordert Claire "Gerechtigkeit" und bietet dafür Güllen eine Milliarde, aber nur unter der Bedingung, dass sich jemand findet, der III tötet: "Ich... kaufe mir dafür Gerechtigkeit", womit sie eher Rache meint. Wer superreich ist, steht auf dem Standpunkt, alles - auch menschliche Grundwerte - kaufen zu können. Unsere Welt (das heißt wir) ist käuflich Alles nur ein Deal. Bekannt?

Moralisch hoch entrüstet weisen die Güllener das ethisch verwerfliche Angebot zurück. Jedoch verschulden sie sich peu à peu mehr (leuchtendes Schuld(en)symbol: die gelben Schuhe). Sie hoffen darauf, dass die Milliardärin es nicht wird zum Äußersten kommen lassen. Töten wollen sie III - zunächst - nicht. Der letzte - hilflose - Widerstand gegen die Korrumpierung der viel beschriebenen "abendländischen Werte" kommt von der Lehrerin (eindrucksvoll: Insa Rigterink): "Ich fühle, wie ich langsam zu einer Mörderin werde. Mein Glaube an die Humanität ist machtlos." Armut und Aussichtslosigkeit haben die Menschen und ihre Moral zerstört. Armut korrumpiert. Sie ermorden III. "Nichts ungeheurer als die Armut."

Der Erfolg einer Inszenierung dieser bitterbösen Komödie steht und fällt mit den Darstellern der beiden Hauptfiguren Claire Zachanassian und Alfred III. Während Katharina Munk die elfenbeinstarre, wartend genießende, sich gleich bleibende Milliardärin mit zynischer Gelassenheit souverän durchhielt, brachte Michael Bertram die innere Entwicklung IIIs vom schmierigen Versagerlumpen zur erlösenden Akzeptanz seiner Schuld auch äußerlich zum Ausdruck. Auch die leicht korrumpierbaren Honoratioren des Städtchens (Alicia Sanchez als Bürgermeisterin, Nina Koernig als Polizistin, Jonas Elferink als Pfarrer, Lina Baptista als Ärztin) und die anderen Bürger (Tilda Jahn, Franka Walter, Sarah Mohammed, Lea Brookmann) machten ihre Sache als Wertemarionetten gut. Grotesken Charme entfaltete Claires Gefolge (Richter/Butler Lennard Book, Gatte José Sanchez y Campodonico und vor allem das geblendete Kastratenpärchen Koby: Marlene Wenderoth und Loby: Shawn-Pierre Döpper-Roussos). Als leichtgläubige, oberflächliche Medienvertreter kamen Anna Kollmann und Kassilia Fischer zum Einsatz.

Überraschend, wie zeitgemäß das über ein halbes Jahrhundert alte Stück sich zeigte.

Bernd Durstewitz