Eindrucksvolles Gotteshaus

Bericht von Alina Dues aus dem Seminarfach "Flucht und Migration in Pop, Film und Literatur"

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Die von außen prachtvolle Sehitlik- Moschee bietet innen rund 2500 Gläubigen Platz. Die Frauen finden auf der oberen Etage ihren Platz und die Männer auf der unteren, wodurch alle gemeinsam in einem Raum die religiöse Zeremonie erleben können. Das Grundstück, auf dem sich die Moschee heute befindet, wurde dem Osmanischen Reich als Bestattungsstätte geschenkt. „Ihr befindet euch auf türkischem Boden“, schlussfolgert der Iman zu Beginn des Vortrags, für den die Besucher ihre Schuhe ausgezogen und sich auf dem blaugrünen Teppich des Gebetshauses niedergelassen haben.

Zwischen 1999 und 2003 wurde die heutige Moschee im osmanischen Baustil mit zwei Minaretten gebaut. Von einem der Minarette werden die Gläubigen zum Gebet in die Moschee gerufen. Diesen Ruf präsentierte der Iman eindrucksvoll den Schülerinnen und Schülern aus Nordhorn.

Die Moschee gilt als Kulturzentrum, wichtig für die Gemeinschaft und den sozialen Zusammenhalt der Muslime in Neukölln. Aus diesem Grund werden Predigen auf Türkisch und auf Deutsch gehalten, um allen, die an der Predigt teilnehmen wollen, die Möglichkeit zu geben, diese zu verstehen. "Die Moschee freut sich über Gäste und ist für Besucher aller Kulturen und Religionen geöffnet", versicherte der Iman.

Wie in jeder Moschee ist die Gebetsnische nach Mekka ausgerichtet. Im Inneren soll die Natur in die Architektur gebracht werden. So spiegelt der große Kronleuchter die Sonne wider, die runden Details die Erde, die blauen Farbakzente den Himmel und der türkisfarbene Teppich die Flüsse.

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In der Sehitlik-Moschee wird viel Wert auf das gemeinsame Gebet gelegt, da dies die Gemeinschaft stärke. Die Gläubigen sollten nicht nur zum Freitagsgebet in die Moschee kommen. Die gläubigen Muslime beten fünfmal am Tag, um Gott ihre Dankbarkeit zu bezeugen. Wie Christen und Juden glauben sie an den einen Gott und an alle Schriften, die er den Menschen gegeben hat: Thora, Koran und Bibel. Der Iman erklärte, dass alle drei Schriften von Gott stammten, jedoch sei der Koran als Grundlage des muslimischen Glaubens die jüngste Schrift.

Die Religionsbeauftragten der Sehitlik-Moschee kommen aus der Türkei bzw. haben dort studiert und werden von der Türkei bezahlt. Die Frage, ob Terrorvorwürfe in der Gemeinde eine Rolle spielten, beantwortete der Iman mit einem deutlichen Bekenntnis: „Wir reagieren auf Hass nicht mit Gegenhass.“