„Alles geht“: Gymnasium Nordhorn verabschiedet Abiturjahrgang 2026
Mit einer feierlichen Entlassung im Konzert- und Theatersaal hat das Gymnasium Nordhorn seinen Abiturjahrgang 2026 verabschiedet. Unter dem Motto „CABIno Royale – um jeden Punkt gepokert“ erhielten 87 Schülerinnen und Schüler ihre Abiturzeugnisse. Fünf weitere erreichten den schulischen Teil der Fachhochschulreife. 21 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs schlossen mit einem Notendurchschnitt von 1,9 oder besser ab. Die besten Abiturergebnisse des Jahrgangs erzielten Marie Etmanski und Justus Wörsdörfer, die beide mit der Traumnote 1,0 abschlossen.
Eröffnet wurde die Feier vom Oberstufenchor, in dem auch ehemalige Schülerinnen und Schüler mitwirkten, unter der Leitung von Heike Späthe. Nach diesem musikalischen Auftakt begrüßte Schulleiter Andreas Langlet die Abiturientinnen und Abiturienten und alle Gäste, darunter Landrat Uwe Fietzek, Reinhold Hilbers von der CDU-Kreistagsfraktion und Silvia Pünt-Kohoff von der Kreistagsfraktion der SPD sowie die stellvertretende Bürgermeisterin, Frau Elke Liening.
Langlet würdigte einen Jahrgang, der sich mit Ausdauer, Energie und gegenseitiger Unterstützung bis ans Ziel gebracht habe. Mit Blick auf das Abi-Motto sagte er: „Nicht jede Runde läuft perfekt. Nicht jede Situation ist bequem. Aber wer lernt, mit Unsicherheit umzugehen, wer lernt, klug zu entscheiden und trotzdem den Mut nicht zu verlieren, der bringt etwas ganz Entscheidendes mit: innere Stärke.“ Langlet hob hervor, dass Schule nicht nur ein Ort des Wissens, sondern auch des Wachsens sei. Besonders bewegend wurde seine Rede, als er den Blick auf den Jahrgang selbst richtete. Er dankte den Absolventinnen und Absolventen dafür, dass sie die Schule geprägt hätten, und betonte: „Danke, dass Sie unsere Schule gelebt haben!“
Auch Landrat Uwe Fietzek gratulierte dem Jahrgang und griff das Casino-Motto pointiert auf. Anders als beim Roulette sei der Erfolg der Abiturientinnen und Abiturienten kein Zufall gewesen, sondern Ergebnis von Zeit, Energie und Durchhaltevermögen. Mit einem Verweis auf die aktuelle Fußball-WM schlug er den Bogen zur Gegenwart: „Gerade in diesen Tagen sehen wir bei der Fußball-WM, was es ausmacht, wenn Können, Disziplin, Teamgeist und ein klares Ziel zusammenkommen.“ Genau darauf werde es auch für die junge Generation ankommen. Den bekannten Casino-Satz deutete er dabei bewusst um: „Der eingangs zitierte Spruch ,Nichts geht mehr‘ gilt für Sie nicht. Im Gegenteil: Alles geht.“
Für einen der persönlichsten Beiträge des Vormittags sorgte die Lehrerrede von Christopher Berning und Heike Späthe. Das Duo blickte nicht nur humorvoll auf die Schulzeit des Jahrgangs, sondern auch auf den eigenen Lebensweg. Berning und Späthe zeichneten ein Bild eines Jahrgangs, der fachlich wie menschlich überzeugt habe. „Der Jahrgang war einfach menschlich richtig stark“, sagte Berning. Späthe ermutigte die Abiturientinnen und Abiturienten, ihren eigenen Weg zu finden und sich nicht an fremden Erwartungen auszurichten: „Es gibt nicht die eine richtige Entwicklung. Es gibt nur die Entwicklung, die zu euch passt.“ Ebenso eindringlich sprach sie über Freiheit, die nicht in grenzenlosen Möglichkeiten liege, sondern dann entstehe, wenn das eigene Leben mit den eigenen Werten im Einklang stehe. Berning knüpfte daran mit einem klaren Appell an gesellschaftliche Verantwortung an. Seine Erwartung an den Jahrgang formulierte er deutlich: „Setzt euch ein, seid laut, macht euch bemerkbar, seid hilfsbereit.“ Zum Abschluss gaben beide den Abiturientinnen und Abiturienten noch eine Lebensweisheit mit auf den Weg: „Nicht die Karten entscheiden, sondern das, was du daraus machst.“
Auch Christian Schiebener vom Schulelternrat richtete sich mit persönlichen Worten an den Jahrgang – und bezog dabei Eltern, Lehrkräfte und Abiturientinnen und Abiturienten gleichermaßen ein. Später erinnerte er an das Leitbild der Schule und verband es mit einer Botschaft für den weiteren Lebensweg: „Gemeinsam – Bildung – Leben!“ Besonders den letzten Gedanken gab er den jungen Erwachsenen eindringlich mit: „Geht raus und lebt! Probiert euch aus.“
Nach einem weiteren kurzen musikalischen Beitrag von Katharina Munk mit „The Winner Takes It All“ folgte die Schülerrede von Narin Yaman und Charlotte Feld – ein Rückblick voller Witz, Wärme und spürbarer Verbundenheit. Die beiden zeichneten das Bild eines Jahrgangs, der im Laufe der Schuljahre eng zusammengewachsen ist. Aus gemeinsamen Pausen, Kursfahrten, der Schulfahrt nach Rom, Klausurphasen und Bibliotheksstunden sei mehr geworden als bloße Schulzeit: eine Gemeinschaft. So hieß es in ihrer Rede: „Die Welt ist viel schöner, wenn ihr die Menschen um euch habt, mit denen ihr immer lachen könnt.“ Zugleich würdigten Narin und Charlotte die besondere Atmosphäre innerhalb des Jahrgangs und den Rückhalt durch Lehrkräfte, Eltern und Freunde. Rückblickend stellten sie die Frage: „Aber war es wirklich so schlimm?“ – und gaben damit selbst die Antwort auf die oft beschworenen Mühen der Schulzeit. Denn gerade in der Erinnerung überwogen offenkundig die prägenden, lustigen und verbindenden Momente. Passend dazu formulierten sie eine Botschaft: „Findet eine Gemeinschaft. Und das Wichtigste: Werdet glücklich.“
Dass der Jahrgang als besonders offen, herzlich und gemeinschaftlich wahrgenommen wurde, zeigte sich auch im Abifilm. Er machte noch einmal deutlich, wie eng die Schülerinnen und Schüler miteinander verbunden waren und wie wichtig ihnen das Miteinander während der gesamten Schulzeit gewesen ist.
Einen besonderen Akzent setzte in diesem Jahr die Zeugnisübergabe. Anders als in manch früherem Jahr wurden die Absolventinnen und Absolventen einzeln auf die Bühne gerufen, um dort ihr Zeugnis persönlich entgegenzunehmen. So bekam jeder und jede einen eigenen, sichtbaren Moment des Abschieds und der Würdigung.
Zum Ende der Feier wurde es noch einmal laut und ausgelassen. Die Lehrerband holte die Abiturientinnen und Abiturienten gesammelt auf die Bühne und sorgte mit „Ich fühl mich Disco“ „Hier ist Party“ und „Schönen Gruß, auf Wiederseh‘n“ für einen stimmungsvollen Schlusspunkt, bei dem auch angesichts der schweißtreibenden Temperaturen kein Hemd mehr trocken blieb. Beim gemeinsamen Feiern flogen schließlich auch die Absolventenhüte durch den Saal – ein klassischer, fröhlicher Moment am Ende einer Entlassungsfeier, die vor allem eines deutlich machte: Dieser Jahrgang verlässt das Gymnasium Nordhorn nicht nur mit starken Abschlüssen, sondern auch mit Zusammenhalt, Haltung und vielen gemeinsamen wunderbaren Erinnerungen.
Linda Bloms