Im September 2026 machten sich die drei Erdkundekurse der Qualifikationsphase von Herrn Gireaud, Herrn Scholz und Herrn Vrielmann gemeinsam auf den Weg ins Ruhrgebiet. Ziel der eintägigen Exkursion war es, den im Unterricht behandelten Strukturwandel einer ehemaligen Industrieregion nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern direkt vor Ort zu erleben.

Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von zwei Expertinnen des Regionalverbandes Ruhr (RVR), die an verschiedenen Stationen spannende Einblicke in die Entwicklung und den Wandel der Region gaben.

Erster Anlaufpunkt war das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein in Essen. Wo einst Kohle gefördert und verarbeitet wurde, befindet sich heute ein bedeutender Standort für Kultur, Bildung und Freizeit. Die imposanten Anlagen machten eindrucksvoll sichtbar, welche Dimensionen der Bergbau im Ruhrgebiet einst hatte und wie ehemalige Industriestandorte heute einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Anschließend ging es auf eine der zahlreichen Halden des Ruhrgebiets. Von oben bot sich ein beeindruckender Blick über die dicht besiedelte und stark durch den Menschen geprägte Landschaft. Gleichzeitig wurde deutlich, wie ehemalige Abraumhalden heute als Freizeit- und Erholungsräume genutzt werden und damit selbst Teil des Strukturwandels geworden sind.

Ein weiterer Schwerpunkt der Exkursion lag auf der Tertiarisierung, also der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors. Im CentrO Oberhausen konnten die Schülerinnen und Schüler beobachten, wie sich ehemalige Industrieflächen zu modernen Einkaufs-, Freizeit- und Dienstleistungsstandorten entwickelt haben.

Den Höhepunkt der Exkursion bildete der Besuch des Landschaftsparks Duisburg-Nord. Das ehemalige Hüttenwerk verbindet heute Industriekultur, Freizeit, Natur und Tourismus auf außergewöhnliche Weise. Die Schülerinnen und Schüler konnten die alten Industrieanlagen aus nächster Nähe erkunden und unter anderem einen ehemaligen Hochofen bis in eine Höhe von fast 60 Metern besteigen.

Für eine besondere Überraschung sorgte dort außerdem der WDR mit der „Sendung mit der Maus“. Die Schülerinnen und Schüler konnten die Dreharbeiten aus nächster Nähe miterleben. Der ohnehin schon außergewöhnliche Lernort wurde damit zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Innerhalb nur eines Tages wurde so der Wandel des Ruhrgebiets – eines Ballungsraumes mit mehr als fünf Millionen Einwohnern – von der klassischen Montanindustrie hin zu einer vielfältig strukturierten Dienstleistungs-, Kultur- und Freizeitregion unmittelbar erfahrbar. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie sich eine Region verändern kann, welche Herausforderungen mit einem solchen Strukturwandel verbunden sind und welche neuen Chancen daraus entstehen.

Ein besonderer Dank gilt dem Förderkreis des Gymnasiums Nordhorn, der die Exkursion auch in diesem Jahr finanziell unterstützt und damit ermöglicht hat, dass die Schülerinnen und Schüler Geographie außerhalb des Klassenzimmers erleben und die Inhalte des Unterrichts unmittelbar vor Ort nachvollziehen konnten.

Vielen Dank für die Unterstützung!

Peter Scholz, Yannick Gireaud und Stefan Vrielmann